Wie geht Führung in Zeiten des Wandels?
„Wer andere kennt, ist klug. Wer sich selbst kennt, ist weise. Wer andere besiegt, ist stark. Wer sich selbst besiegt, ist mächtig.“
Dieses Zitat von Laozi unterstreicht die essenzielle Bedeutung der Selbsterkenntnis als Fundament wirksamer Führung. In einer Welt, die sich ständig wandelt, müssen Führungskräfte nicht nur ihre Teams erfolgreich leiten, sondern auch sich selbst reflektieren, um authentisch und nachhaltig agieren zu können.
Selbstkenntnis: Der Schlüssel zur Führungskompetenz
Führung beginnt mit der Fähigkeit, die eigene Persönlichkeit und die zugrunde liegenden Denk- und Verhaltensmuster zu verstehen. Studien (z. B. Goleman, 1995) zeigen, dass Führungskräfte, die sich ihrer selbst bewusst sind, bessere Entscheidungen treffen und mit Stresssituationen effizienter umgehen können. Diese Selbsterkenntnis bildet die Grundlage für emotionale Intelligenz – eine Schlüsselkompetenz für Führung in unsicheren und dynamischen Umfeldern.
Anforderungen an moderne Führungskräfte
In Zeiten des Wandels erfordert erfolgreiche Führung sowohl ein Verständnis der eigenen Persönlichkeit als auch der Dynamik der Organisation. Laut dem Center for Creative Leadership (CCL) müssen Führungskräfte drei Kernkompetenzen entwickeln (Van Velsor, McCauley & Ruderman, 2010):
Adaptivität: Die Fähigkeit, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren und kontinuierlich dazuzulernen.
Emotionale Intelligenz: Die Kapazität, eigene Emotionen zu steuern und empathisch auf andere einzugehen.
Systemisches Denken: Ein Verständnis dafür, wie die verschiedenen Teile einer Organisation interagieren und wie Veränderungen das Gesamtsystem beeinflussen.
Diese Kompetenzen ermöglichen es Führungskräften, ihre Leistung zu verbessern und ihre Organisation erfolgreich durch Transformationsprozesse zu führen.
Das Enneagramm: Ein Werkzeug für Selbsterkenntnis
Das Enneagramm ist ein Modell, das auf neun Persönlichkeitstypen basiert und tiefe Einblicke in individuelle Motivationen und Verhaltensweisen bietet (Riso & Hudson, 1996). Es ist ein effektives Werkzeug, um die eigene Persönlichkeit besser zu verstehen und gezielt weiterzuentwickeln. Im Führungsalltag kann das Enneagramm dabei unterstützen:
Verhaltensmuster zu erkennen: Es hilft Führungskräften, ihre Reaktionen auf Stress und Konflikte zu analysieren und alternative Handlungsweisen zu entwickeln.
Kommunikation zu verbessern: Durch ein tieferes Verständnis der eigenen Persönlichkeit können Interaktionen klarer und effektiver gestaltet werden.
Resilienz zu stärken: Die Fähigkeit, Herausforderungen bewusst und authentisch zu begegnen, wird gestärkt.
Das Enneagramm wird zunehmend als wertvolles Werkzeug in der Persönlichkeitspsychologie anerkannt. Es bietet Führungskräften die Möglichkeit, unbewusste Muster zu durchbrechen und ihre Wirkung auf andere bewusst zu gestalten. Dies ist besonders wichtig, da unreflektiertes Verhalten oft die Dynamik in Teams negativ beeinflusst.
Fazit
Führung in Zeiten des Wandels beginnt mit der Bereitschaft zur Selbsterkenntnis. Führungskräfte, die ihre Persönlichkeit verstehen und bewusst weiterentwickeln, schaffen die Grundlage für eine nachhaltige Kultur des Wandels in ihrer Organisation. Tools wie das Enneagramm und die Ansätze des CCL bieten effektive Unterstützung, um sich selbst und die Organisation durch unsichere Zeiten zu navigieren.
In einer Welt, die sich ständig verändert, ist reflektierte Führung nicht nur eine Voraussetzung für Erfolg – sie ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.